Erstes Mittelalterfest am Bruchenbrückener Fischteich

Alte Traditionen hochgehalten

Was sich am Anfang und vor Wochen als möglicherweise kleine Veranstaltung erwarten ließ, wurde am letzten Augustwochenende ein Highlight in der Geschichte des Fischereivereins. Das erste Mittelalterfest dauerte 2 Tage lang und man konnte als Besucher nur staunend am Teichufer entlang schlendern.


Eröffnet wurde das Fest mit einem Marsch von Edelleuten, Rittern und Söldnern durch die Gassen des Ortes. An Verkaufsständen konnte man unter anderem zubereitete Weine, Met-Bier, handbearbeitete Bogen und Waffen erwerben. Ein Neuling konnte sich auf diesem Weg ebenfalls komplett einkleiden bei Kleider- und Schuhmachern. Erwähnenswert sind die sogenannten Schiffchenschuhe, die im normalen Handel schwer zu bekommen sind. Da gab es Gaukler, Bettler und eine Falknerin, bei der man sich über alles informieren konnte. Ganze Zeltlager lebten das Leben mit originalzubereiteten Speisen und Getränken. Ein Korbmacher war zugegen; der von Lepra gezeichnete Bettler schüttelte sich vor Freude, wenn es eine Spende gab. Es fehlte sozusagen nur noch der Ochs oder das übliche Wildschwein am Spieß! Zugpferd am ersten wie auch am zweiten Tage war die Gruppe Capud Draconis (Musik) sowie die Feuershow mit den Burning Dragons, die mächtig für Stimmung sorgten. Auf der vereinseigenen Insel im Teich wurde am Abend ein heißes Spektakulum mit Feuer geboten, untermalt mit Musik der obengenannten Neo Pipe Folk-Gruppe. Es gab eigentlich keinen schöneren Ort, wenn man vom Rand des Teiches zusah. Ritterkämpfe sowie eine Einführung einer englischen Söldnertruppe aus Bayern über die Durchschlagskraft diverser Kampfinstrumente wurde ebenfalls geboten. So weiß man nun, dass Schwerter in englischen Schlachten weniger Gegner ausschalteten als ein Pfeilregen aus 6000 Bogen, alle 2 Minuten abgeschossen. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Die Mitglieder des Fischereivereins legten sich ins Zeug, eingedünstet vom eigenen Schwenkgrill und dem überaus kräftigen Geruch der nachbarlichen Knoblauch-Küche. Eine „Taverne“ mit angeschlossenem Badehaus und Leybkneterey war ebenfalls zugegen. Es wurde Guinness und Met-Bier ausgeschenkt. Bei Verzehr von mehr als 7 Euro durfte man sich sogar in den Zuber des Badehauses setzen. Dies wurdevon den Mitgliedern der Mittelalterzunft ausgiebig genutzt. Gäste regten sich zu Beginn über die teuren Preise der Speisen und Getränke auf. Gespräche mit weit angereisten Gästen ergaben jedoch, dass dies eine der besten Veranstaltungen war, die diese alten Hasen in den letzten Monaten besuchten. So lobte man die Vorgehensweise, keinen Eintritt zu nehmen, was im Umkehrschluss für eine gut besuchte Veranstaltung sorgte. Man konnte hören, dass auch die anderen Veranstaltungen Preise mit gleichhohem Niveau hatten. Am Sonntag wurde eine Freilichtmesse des ortansässigen "Parrer" abgehalten, die ebenfalls gut besucht war. Am Sonntagabend war dann das Spektakulum zu Ende und man hört, dass so etwas eventuell alle 2 Jahre stattfinden soll.

31.08.2009 Thomas Bopp, im Mittelalter wohl „Sterndeuter von der Wallstrasse“ betitelt